Radfahren und Corona, warum Experten sogar dafür sind

Fahrrad Fahren Corona Experten empfehlen

Die Straßen sind menschenleer, die Städte wie ausgestorben: Trotz strahlenden Sonnenscheins und bester Witterungsbedingungen verharrt ein Großteil der Deutschen wegen der Corona-Pandemie in diesen Tagen in den eigenen vier Wänden. Vor allem für Naturliebhaber, die täglich mit ihrem Fahrrad zur Arbeit pendeln oder nach Feierabend eine ausgedehnte Tour benötigen, ein unzumutbarer Zustand.

Begründet wird die Ausgangssperre (das Kontaktverbot) und der Verzicht auf möglichst viele Tätigkeiten im Freien mit der damit einhergehenden Reduzierung der Infektionen. Kein (sozialer) Kontakt, keine Ansteckung – logisch. Aber ist diese These überhaupt haltbar? Müssen passionierte Radler plötzlich nur noch auf der Rolle bei offenem Fenster ihre Touren simulieren?

Radtouren an der frischen Luft werden als Hilfreich angesehen

Nein! Experten halten Radtouren an der frischen Luft sogar für hilfreich. „Das Fahrrad ist vor allem jetzt ein sinnvolles Fortbewegungsmittel“, sagt Mediziner Michael Barczok, der in seiner pneumologischen Gemeinschaftspraxis in Ulm zahlreiche Patienten mit Lungenerkrankungen behandelt. Seine Begründung: „Beim Radfahren atmet man intensiver, das heißt, die Lunge wird gut gereinigt. Und das ist in puncto Virusprotektion optimal.“

A propos Virusprotektion: Auch diesbezüglich ist das Radfahren ein bewährtes Mittel, weil man ohnehin nur in den seltensten Fällen dicht gedrängt unterwegs ist. „Es ist also auch ein hoher Schutz für andere, da man automatisch Abstand hält“, wird Gerd Antes, langjähriger Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg, von der Badischen Zeitung zitiert: „Der öffentliche Nahverkehr ist die größte öffentliche Massenveranstaltung, da ist das Infektionsrisiko groß.“

Beim Radfahren ist dieses Risiko hingegen verschwindend gering. „Draußen verdünnt sich das, was man ausatmet, rasch – und somit auch das Virus“, erklärt Christian Drosten, einer der führenden Virologen in Deutschland: „Zudem geht ja fast immer ein kleines bisschen Wind, weshalb man sich da schon mehr auf die Situation in geschlossenen Räumen konzentrieren sollte.“

In diesem Sinne: Rauf aufs Rad und ab in die Sonne und nicht erst auf den Tag des Fahrrads warten.

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