Premiere im Oktober: Paris-Roubaix für Frauen

Mountainbike beim 24h Rennen am Alfsee

Der Mythos „Paris-Roubaix“ elektrisiert seit Jahrzehnten den Radsport. Die Fernfahrt ist schlichtweg die „Königin der Klassiker“, unglaubliche 250 Kilometer lang, gespickt mit knüppelharten Passagen über Kopfsteinpflaster – und in diesem Jahr erstmals auch für Frauen geplant. Das geht aus dem Wettkampf-Kalender hervor, den der Radsportweltverband UCI am Dienstag veröffentlichte.

Das Rennen der Frauen wird am 25. Oktober und damit direkt vor dem Rennen der Männer stattfinden, sofern es die Corona-Pandemie dann zulassen wird. Der exakte Startpunkt, das Ziel und die Länge sind zwar noch nicht genau festgelegt, die Entscheidung besitzt aber viel Symbolcharakter. „Es ist ein Fortschritt für den Frauen-Radsport, ein weiteres Monument in den Kalender aufzunehmen“, sagte die Sportliche Leiterin Ina-Yoko Teutenberg vom Team Trek-Segafredo.

Von den Radsport-Monumenten ist damit nur noch der Klassiker Mailand-San Remo ohne Frauenrennen. Die Flandernrundfahrt (seit 2004) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (2017) hatten bereits vorgelegt. Bei Paris-Roubaix war es bislang ohne Frauenrennen geblieben, da vor den Männern stets ein Juniorenrennen ausgetragen worden war, das in diesem Jahr allerdings entfällt.

Chance musste genutzt werden – eventuell auch Frauen-Tour

„Die Chancen mussten wir nutzen. Ich wüsste nicht, warum es nur eine kurzzeitige Erfahrung sein sollte, das Symbol ist schließlich viel zu stark“, sagte Christian Prudhomme, Chef des Veranstalters ASO, der auch die Tour de France organisiert und tatsächlich auch bei der wichtigsten Rundfahrt im Radsport über eine weibliche Ausgabe nachdenkt. „Wir sollten eine Tour de France für Frauen für das Jahr 2022 ins Auge fassen. Davor ist der Terminkalender zu vollgepackt“, sagte Prudhomme.

Voller Kalender zum Jahresende

Apropos vollgepackt: Das ist der Wettkampfkalender wegen der Coronakrise in diesem „heißen Herbst“ auch für die Männer. Der Giro D’Italia, die zweite große Landesrundfahrt neben der Tour, soll verkürzt vom 3. bis 25. Oktober stattfinden. Trotz der Verkürzung kollidiert der Giro dann mit der Vuelta, die am 20. Oktober beginnen und am 8. November enden soll. Zudem sind während des Giro in Lüttich-Bastogne-Lüttich (4. Oktober), der Flandern-Rundfahrt (14. Oktober) und eben Paris-Roubaix (25. Oktober), das parallel zum Giro-Finale angesetzt ist, gleich drei „Monumente des Radsports“ geplant.

Das Criterium du Dauphine (12. bis 16. August), traditioneller Tour-Härtetest, wird um drei Etappen auf fünf Etappen verkürzt. Dabei sollen Großstädte vermieden und stattdessen kleine Gemeinden angefahren werden. Mailand-Sanremo ist am 8. August geplant, die Lombardei-Rundfahrt läuft während der Vuelta am 31. Oktober.

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